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Folge 3: Und was dann? – Teil 1

Noch beschäftigt uns die Krise, doch es wird auch eine Zeit „danach“ geben. Was sehen Experten auf uns zukommen und wie bereiten wir uns am besten darauf vor?

In Österreich kämpfen wir uns derzeit durch die sechste Woche der Ausgangsbeschränkungen. Neben vorsichtigem Optimismus – die Zahlen stimmen hoffnungsfroh, es sieht aus, als würde all das Social Distancing seinen Zweck erfüllen – darf man sich also auch wieder mehr Gedanken an die Zukunft erlauben. Was lernen wir aus der aktuellen Krise und wie sieht die Arbeitswelt nach Corona aus? Welche Entwicklungen wird es in Bezug auf HR und Recruiting geben? 

Wir haben mit zwei Experten darüber gesprochen – unseren BEST-RECRUITERS-Studienbeiräten Prof. Dr. Wolfgang Elšik, stellvertretender Leiter des Instituts für Personalmanagement an der Wirtschaftsuniversität Wien, und Kuno Ledergerber, Dozent und Berater für Human Capital Management von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.

Schlüsselwort Resilienz

Prof. Dr. Wolfgang Elšik
Prof. Dr. Wolfgang Elšik

Den Anfang macht Prof. Dr. Wolfgang Elšik von der WU Wien. Er beschäftigt sich derzeit – neben der Umstellung von der Präsenz- auf die Distanzlehre – intensiv damit, wie sich die aktuelle Krise langfristig auf MitarbeiterInnen und BewerberInnen, aber auch die Personalabteilungen auswirken wird. Eine Chance für alle Seiten sieht er dabei in der Nutzung von digitalen Kanälen, die in Zukunft nicht nur verstärkt zum Einsatz kommen, sondern deren Einbindung in den Arbeitsalltag vonseiten der Mitarbeitenden auch zunehmend eingefordert werde. Gleichzeitig ist er sich aber sicher, dass es nicht zu einer „Total-Digitalisierung“ komme, sondern vielmehr durch „die massiven Erfahrungen mit digital vermittelter Kommunikation Wert und Sinn der analogen Kommunikation sichtbar und wünschenswert gemacht werden.“

Ein Schlüsselwort für Prof. Dr. Elšik ist derzeit die Resilienz, es gehe dabei aber nicht um das Individuum, sondern um organisatorische Einrichtungen und Organisationen, die zeigen müssen, dass sie resilient sind und dementsprechend handeln können. Zudem werden BewerberInnen seiner Meinung nach in Hinkunft verstärkt darauf achten, wie Unternehmen etwa mit den Themen Homeoffice und Vertrauensarbeitszeit umgehen.

Entscheidend ist laut Prof. Dr. Elsik gerade jetzt vor allem die Kommunikation mit MitarbeiterInnen und BewerberInnen. Letztere sollen sich nicht allein gelassen fühlen oder das Gefühl bekommen, man habe sie „vergessen“, für erstere gilt: Wie sich das Unternehmen in der Krise verhält, wird im Gedächtnis bleiben und in Zukunft ausschlaggebend für die Wahrnehmung der Employer Brand sein.

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