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Folge 5: Unternehmerische Resilienz

Das Thema der Stunde: Resilienzstrategien

Resilienz ist ein Begriff, der spätestens in Zeiten von Covid-19 jedem zumindest einmal begegnet ist, ein Konzept, das zugleich leicht begreifbar, aber schwer greifbar ist.
Da unser Anspruch an uns selbst ist, immer am Puls der Zeit zu arbeiten, haben auch wir uns als BEST-RECRUITERS-Team eingehend mit dem Thema beschäftigt und durften einige spannende Gespräche führen. Anlässlich des Kick-Offs zum Erhebungsjahrgang 2020/21, dessen Kriterienkatalog sich ganz speziell mit unternehmerischer Krisenfestigkeit und New Work auseinandersetzt, möchten wir Sie deshalb an unserem Interview mit Wolfgang Rosenkranz, Geschäftsführer und COO der Repuco Unternehmensberatung, teilhaben lassen.

Resilienz bedeutet für Herrn Rosenkranz die Fähigkeit, Veränderungen abzufedern – ob auf unternehmerischer oder persönlicher Ebene. Dabei geht es nicht um ein Abwehren oder Zurückkehren in den (vermeintlichen) Ursprungszustand, sondern vielmehr um das Umgehen-Können mit neuen Situationen. Als operationale Schlüsselressourcen führt er zwei Begriffe an: Transparenz und Flexibilität.

Auf den ersten Blick möchte man jetzt denken: Logisch! Zumindest theoretisch… In der Praxis müssen transparente Arbeitsabläufe jedoch konsequent etabliert sowie langfristig kommuniziert und trainiert werden, bevor sie im Arbeitsalltag selbstverständlich stattfinden.
Nur wenn allen Personen in einem Unternehmen die Angst genommen wird, transparent zu zeigen, wer was macht, wer woran arbeitet – nur dann können die Menschen einander über Zuständigkeiten hinaus unterstützen und so ihre Erfahrungen und Talente in Prozesse einfließen lassen. Frei nach dem Motto: Schneller, einfacher, besser. Dazu muss man die Leute aber motivieren und trainieren, konstruktiv zu kommunizieren bzw. Feedback zu geben, dazu muss man transparente und flexible Kommunikationskanäle zur Verfügung stellen. Das muss die Unternehmensführung vorleben.

Schachspieler
Quelle: jeshoots.com

Flexibilität ist der zweite Schlüsselbegriff und hängt in der Definition schon stark mit Resilienz zusammen: Es geht um Veränderungen und deren Folgen. Für ein krisenfestes Unternehmen ist also die Mitarbeitendenflexibilität eine wichtige, wenn nicht die wichtigste Dimension. Diese kann noch mehr als das bereits beschriebene transparente Miteinander in unzähligen Formen trainiert werden. Großangelegte Planspiele regen dazu genauso an wie ein regelmäßiges Verändern der Büroräumlichkeiten. Deshalb führte die Repuco den „Wandertag“ ein: Alle drei Monate wechseln die Mitarbeitenden nach Zufallsprinzip ihre Schreibtische, was neben einer gestärkten Resistenz gegenüber kleinen Veränderungen auch dazu führt, dass jeder mit nahezu allen Arbeitsbereichen in Berührung kommt. Und wer jetzt denkt: „Das kann ich dem Kollegium doch nicht antun?!“ Keine Sorge, der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und Wandertage waren doch in Schulzeiten schon beliebt 😊.

Wer Resilienz also im Kleinen übt, kann im Härtefall mit besseren Ergebnissen rechnen. Dabei muss es sich nicht immer um ein Dilemma handeln, denn nicht jede Veränderung ist eine Krise. Doch jede Krise ist eine Veränderung. So gilt es im konkreten Krisenfall noch weitere Punkte zu beachten, die schließlich zu einer erfolgreichen Bewältigung führen: Führung und Verantwortung. In Krisenzeiten ist also vor allem das Management gefragt. So gut flache Hierarchien auf das Ausschöpfen von Talenten und Potenzialen wirken können, so wichtig ist eine klare „Rangordnung“ in turbulenten Zeiten und Notsituationen. Nur, wenn klar ist, wer entscheidet und wer die Verantwortung für alle Folgen übernimmt, sind Reaktions- und Handlungsfähigkeit gegeben.

Zusammengefasst nehmen wir also aus dem Interview mit, dass man Resilienz trainieren kann – Transparenz und Flexibilität sind dabei entscheidende Kompetenzen, die (noch) nicht so selbstverständlich sind, wie man meinen könnte. In kritischen Situationen bedarf es aber auch einer Führungskultur, die klare Entscheidungen trifft, Verantwortung übernimmt und Zusammenhalt vorlebt. Denn das digitalisierteste, produktivste Unternehmen mit den besten Kommunikationskanälen und schnellsten Computern könnte nicht am Markt bestehen ohne die Menschen dahinter. Und deren Resilienz, deren Widerstandsfähigkeit und Zusammenhalt sichern schließlich das Fortbestehen in Krisenzeiten.

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